Sprachreisen: Urlaub machen und dabei etwas lernen.
Sprachreisen haben bereits seit Generationen Tradition, und abenteuerliche Geschichten über die Widrigkeiten der englischen Sprache- und Cuisine gibt es Hunderte. wer denkt in diesem Zusammenhang nicht an den französischen Teenie- Kultfilm "Her mit den kleinen Engländerinnen", der die Abenteuer zweier französischer Oberschüler behandelt, die wegen besonders schmachvollen Leistungen in den Sommerferien auf die britische Insel verbannt werden, wo natürlich nur Blödsinn veranstaltet wird.
Tatsächlich sind Sprachreisen aber meistens recht gut organisiert, und die meisten Veranstalter bemühen sich, dass zwischen Austauschschülern und Gastgebern möglichst viele Parameter stimmen. In Fragebögen können Austauschschüler auf eventuelle religiöse Speisevorschriften und Gerichte, die sie überhaupt nicht mögen, hinweisen. Üblicherweise ist bei Sprachreisen ein 3-4 tägiger Unterrichtsbesuch in der Muttersprache inbegriffen, und es werden in der Regel von den Veranstaltern Ausflüge zu bekannten Sehenswürdigkeiten organisiert. Wie weit sich Hoffnungen der Eltern auf die Verbesserung der schulischen Leistungen bewahrheiten, das hängt oft auch davon ab, ob Austauschschüler in ihrer Familie allein oder mit einem Landsmann untergebracht sind. Erfahrungsgemäß ist es aber tatsächlich meist eine ganze Menge, was man bei einer 2 wöchigen Sprachreise lernen kann. Das betrifft durchaus nicht nur Vokabelkenntnisse. Jugendliche müssen Verantwortung übernehmen, sich durchsetzen, und sie machen dabei ihre Erfahrungen gemeinsam mit anderen Jugendlichen. Sprachreisen stehen in der Tradition der Aufklärung, im 18. Jahrhundert unternahmen Jugendliche, deren Familien sich das leisten konnten eine Grand Tour durch Frankreich und Italien, um dabei ihre Sprachkenntnisse aufzupolieren, ihr Benehmen zu vervollkommnen und um die antiken Stätten kennenzulernen und womöglich erste diplomatische Erfahrungen zu erwerben. Sprachreisen machen wirklich Spaß, nicht zuletzt auch wegen der kulturellen Erfahrungen, die man nur im Mutterland erleben kann. Dazu gehört der erste Schrecken beim Linksverkehr in Großbritannien- Winston Churchill berichtete in seinen Memmoiren, dass er in Paris beinahe überfahren wurde, weil er zuerst nach rechts schaute, ebenso dazu, wie Erfahrungen mit "peppermintsauce" und essiggetränkten Fritten. Natürlich spielen auch die "kleinen Engländerinnen" eine Rolle, und die sind erfahrungsgemäß sogar recht hilfreich, wenn es darum geht, Interesse für die Landessprache zu entwickeln. Also, her mit den kleinen Engländerinnen!
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